Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Wandel

Chancenungleichheit vermindern

In modernen Wachstumsgesellschaften besteht und reproduziert sich stetig verschärft soziale Ungleichheit.

Der Begriff soziale Ungleichheit bezeichnet den Zustand, den manche Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Position innerhalb eines gesellschaftlichen Beziehungsgefüges erfahren. Die betroffenen Personen sind Lebensbedingungen ausgesetzt, welche sich (un-)vorteilhaft und nachhaltig auf ihr soziales Leben auswirken. Dies impliziert, dass manche Personen bessere Lebens- und Verwirklichungschancen haben als andere. Es kommt zu einer Spaltung der Bevölkerung entlang sozioökonomischer Faktoren, welche eine Distanz unter den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern verursacht.

Eine Dimension, in der diese Chancenungleichheit deutlich sichtbar wird, ist Bildung. Auch nach der Bildungsexpansion und -reformphase sind im deutschen Bildungswesen Ungleichheiten in der Bildungsbeteiligung und den Bildungschancen der sozialen Schichten zu beobachten. Bildungserfolg wird maßgeblich von sozialer Herkunft beeinflusst.

Unter allen Bundesländern weist Sachsen-Anhalt den zweithöchsten Anteil an Beschäftigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (77 %) auf. Beim Anteil der Beschäftigten mit akademischem Abschluss bildet Sachsen-Anhalt 2018 hingegen mit 13 % das Schlusslicht, wohin<del></del>gegen der Anteil der Bevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren ohne Berufsabschluss (acht Prozent) im Bundesländervergleich niedrig ist (Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“, 2020).

Betrachtet man das durchschnittliche Bildungsniveau der Schulabsolvent*innen in Sachsen-Anhalt, dominiert der mittlere Schulabschluss mit 48 %. Mit zwölf Prozent hat Sachsen-Anhalt den höchsten Anteil aller Bundesländer an Schulabgänger*innen ohne Abschluss. Bei der Hochschulreife liegt Sachsen-Anhalt mit 30 % unter dem deutschen Durchschnitt, am niedrigsten ist der Anteil der Hochschulreife jedoch in Bayern (Bildungsbericht 2020, bezogen auf 2018).

Die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf folgt häufig einem herkunftsbestätigenden Muster. So geht aus Zahlen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung für 2016 hervor, dass von 100 Kindern aus Akademiker-Familien 79 an eine Hochschule gehen. Haben beide Eltern keinen Hochschul-Abschluss, sind es nur 27.

ArbeiterKind

ArbeiterKind ist ein Netzwerk für Schüler*innen und Studierende zur Förderung einer akademischen Laufbahn für Nicht-Akademiker*innen-Kinder. Unterstützt werden junge Menschen aus Familien, in denen noch niemand oder kaum jemand studiert bei Fragen zur Notwendigkeit eines Studiums, Studienbeginn, -finanzierung sowie -abschluss und darüber hinaus zu Möglichkeiten einer Promotion oder eines erfolgreichen Berufseinstiegs. In Sachsen-Anhalt gibt es zwei Regionalgruppen in den Universitätsstädten Magdeburg und Halle (Saale).

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